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Garve: Zahn, Kultur und Magie
Garve, Roland

Zahn, Kultur und Magie
Orofaziale und craniale Mutilationen des Menschen im kulturellen Kontext

1. Auflage 2014
Buch
Hardcover, 232 Seiten, 377 Abbildungen
Sprache: Deutsch
Fachgebiete: Ethnologie, Medizingeschichte, Zahnheilkunde allgemein

Best.-Nr.: 16320
ISBN 978-3-86867-252-7
Quintessence Publishing, Deutschland

 48.00 € 
Menge:
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Seit Jahrtausenden führen Menschen auf allen Kontinenten künstliche Manipulationen an ihren Körpern durch. Wichtigster Ort dieser Modifikationen und Deformationen ist der Kopf. Neben gravierenden, bizarr anmutenden Form- und Farbveränderungen an den Frontzähnen und der Mundschleimhaut werden Mutilationen der Lippen, der Nase, der Ohren, Tätowierungen oder Narbenverzierungen der Gesichtshaut, Verlängerungen des Halses und sogar künstliche Deformierungen des knöchernen Schädels vorgenommen. Selbst nach dem Tod kann der Kopf Gegenstand spezieller Kult- und Kunstformen sein. Globalisierung und Migration bringen uns zunehmend in Kontakt mit diesen Erscheinungen, die von Zahnärzten und Ärzten besondere Sensibilität und Toleranz fordern.

Dieses Buch macht den Leser mit allen wichtigen Formen kranialer und orofazialer Deformationspraktiken bei traditionellen und indigenen Völkern bekannt, erklärt ihre Hintergründe in Kult und Mythologie und zeichnet anhand zahlreicher Abbildungen ein detailliertes Bild der Erscheinungen. Einzigartig ist die im Anhang gebotene geografische Zuordnung der Ethnien und Mutilationsformen.

Autor Roland Garve ist Zahnarzt und passionierter Ethnologe und hat viele der beschriebenen Phänomene auf zahlreichen Expeditionen persönlich untersuchen und dokumentieren können.

Inhaltsverzeichnis:
Kapitel 1 - Einleitung

Kapitel 2 - Modifikationen und Mutilationen der Zähne im kulturhistorischen Kontext
2.1 Arten der Deformierung menschlicher Zähne
2.2 Historische Zahndeformierungen

Kapitel 3 - Tonscheiben und Holzpflöcke als deformierender Lippenschmuck
3.1 Lippenpflöcke und -scheiben bei Amazonasindianern
3.2 Rituelle Mutilationen im Orofazialbereich durch das Tragen von Scheiben, Pflöcken und andere Formen von Lippenschmuck bei afrikanischen Völkern
3.3 Labrets

Kapitel 4 - Artifizielle Haut- und Schleimhautdeformierungen des Orofazialbereichs
4.1 Gesichtstätowierungen
4.2 Skarifikationen
4.3 Tätowierungen der Mundschleimhäute und der Augen
4.4 Wundschmuck im Wangen- und Zungenbereich

Kapitel 5 - Rituelle Deformierungen der Nase

Kapitel 6 - Rituelle Mutilationen an den Ohren

Kapitel 7 - Traditionelle Mutilationen des Halses

Kapitel 8 - Artifizielle Manipulationen und Deformierungen des Gesichts- und Hirnschädels am lebenden Menschen
8.1 Schädelverformung
8.2 Schädeltrepanation

Kapitel 9 - Postmortale Deformierungen im Orofazialbereich: Kopftrophäen, Kopfjagd und Kannibalismus
9.1 Die Bedeutung des menschlichen Kopfes im kulturellen Kontext
9.2 Kultisch-religiöse Wurzeln von Kopfjagd und Kannibalismus
9.3 Prähistorische Schädelkult-Formen
9.4 Rezente Formen von Kopfjagd, Schädelkult und Kannibalismus
9.5 Mythologische Hintergründe von Kopfjagd und Kannibalismus
9.6 Schädelkult und Kannibalismus in Südamerika
9.7 Kopfjagd, Schädelkult und Kannibalismus in Melanesien und Südostasien
9.8 Schädelkult auf den Andamanen und in Afrika
9.9 Kopftrophäen, Mumien und ausgestopfte Menschen als Handelsware und museale Objekte

Anhang
Geografische Zuordnung der verschiedenen Völker und Deformationsarten
Abbildungsnachweis
Literatur
Sachregister

Der Autor:
az.-Prof. Dr. med. dent. Dr. phil. Roland Garve
Geboren 1955 in Mecklenburg. Studium der Zahnmedizin an der Universität Greifswald. Von 1985 bis 2010 niedergelassener Zahnarzt. Seit 1990 Zusammenarbeit mit den Staatlichen Völkerkundemuseen Leipzig und Dresden sowie Menschenrechtsorganisationen, die sich für den Kulturerhalt indigener Völker und den Schutz ihres Lebensraumes einsetzen. Lehrtätigkeit als Dozent an der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald und am Zentrum für Natur- und Kulturgeschichte der Zähne der Danube Private University, Fakultät Medizin/Zahnmedizin Krems. 2014 Ernennung zum assoziierten Professor an der DPU Krems. Mitinitiator des Arbeitskreises Ethno- und Paläo-Zahnmedizin (EPZ) der DGZMK. Seit 2014 Mitarbeiter der Hilfsorganisation Cap Anamur / Deutsche Not-Ärzte e. V.

Prof. Garve gilt als Begründer des interdisziplinären Fachgebietes Ethnozahnmedizin. Seine ethnografischen und ethnomedizinischen Erfahrungen konnte er innerhalb von drei Jahrzehnten auf zahlreichen ausgedehnten Forschungsreisen, medizinischen Hilfseinsätzen und Expeditionen bei den verschiedensten indigenen und traditionellen Völkern in Amazonien, Afrika, Südostasien und besonders Neuguinea sammeln und dokumentieren. Daraus resultierten etliche internationale Fernsehfilme sowie zahlreiche Buchpublikationen über indigene Völker.