Ausgabe 2/2008, Jahrgang 5 (23.12.2008)
Seite 63
Editorial: Das Jahr des Lasers
Gutknecht, Norbert
Die mikrobiologische Flora des Wurzelkanaldentins kann für den Misserfolg der konventionellen Behandlung des infizierten Wurzelkanals verantwortlich sein, wenn die mechanische Präparation und die chemische Desinfektion den Kanal nicht ausreichend reinigen können. Die vorliegende Studie befasst sich mit der Untersuchung des bakteriziden Effekts der Bestrahlung mit dem Neodymium:Yttrium-Aluminium-Granat- (Nd:YAG-) Laser in der Tiefe des Wurzelkanaldentins. Nach der Sterilisation wurden längliche Dentinstreifen in verschiedenen Stärken (100-1000 µm) von einer Seite mit 4 µl einer Streptococcus mutans-Suspension beimpft. Die andere Seite der Dentinscheiben wurde dann viermal für 10-20 Sekunden mit dem Nd:YAG-Laser bestrahlt, wobei eine Einstellung von 1,5 W, 15 Pulse pro Sekunde übertragen durch eine 200 µm Glasfaser (Bestrahlungswinkel 5°) gewählt wurde. Die Bakterien wurden anschließend durch Vibration vom Dentin entfernt und auf Streptococcus mutans selektive Kulturplatten geimpft. Im Vergleich mit den unbehandelten Dentinstreifen zeigte die Zählung der Kolonien eine höchst signifikante Eliminierung der Bakterien für alle Stärken nach der Laserbestrahlung. Obwohl die Intensität der Laserstrahlung nach der Penetration eines 1000 µm Dentinstreifens abgenommen hat, war dennoch eine bakterizide Wirkung nachweisbar.
Schlagwörter: Endodontie, Nd:YAG-Laser, Keimreduzierende Wirkung
Die vorliegende Studie untersucht die bakteriziden Effekte eines gepulsten Nd:YAG-Lasers an 40 klassisch präparierten In-vitro-Wurzelkanälen unter standardisierten Bedingungen. Um technische Fehler auszuschließen, wurde vor und nach der Behandlung die Ausgangsleistung des Gerätes inklusive der Quarzfaser gemessen. Für die Frontzähne wurde eine 300 µm Faser verwendet, für Prämolaren und Molaren eine 200 µm Faser. Die Enterococcus faecalis-Bakterien als gram-positve Kokken zeigen eine Wärmetoleranz im oberen Bereich der Bakterien, wie sie in der Endodontologie gefunden werden. Die Konzentration entspricht ebenfalls In-vivo- Bedingungen. Die Ergebnisse sind angeführt in "log kills", in Übereinstimmung mit der Arbeit von Rooney et al. Im Durchschnitt konnten 99,91 % der Enterococcus faecalis-Bakterien, die in den in vitro aufbereiteten Wurzelkanal injiziert wurden, abgetötet werden. (97,12 % minimum, 99,9997 % maximun). Dieser Aufbau lässt darauf schließen, dass der bakterizide Effekt der Lasertherapie, wie er hier vorgestellt wird, ebenso in vivo in klinischen Fällen erreicht werden kann.
Schlagwörter: Endodontie, Nd:YAG-Laser, Bakterizide Effekte
Vorgestellt wird ein klinischer Fall einer laserunterstützten Behandlung chronisch rezidivierender Aphthen (CRA). Eine 22-jährige Patientin mit einer schweren Verlaufsform der CRA wurde mehrfach mit dem Nd:YAG-Laser mit der 300 µm Faser behandelt (30 Hz, 80 mJ, 2,4 W, 30 s/cm2). Die meisten der behandelten Aphthen waren am nächsten Tag völlig schmerzfrei und die Abheilungsdauer wurde deutlich verkürzt. Nachdem die Patientin 3 Monate ununterbrochen an CRA litt, konnte sie durch die Laserbehandlungen in einen vorübergehenden Zustand oraler Gesundheit überführt werden.
Schlagwörter: Nd:YAG-Laser, chronisch rezidivierende Aphthen
Das Spektrum, der zur Verfügung stehenden Möglichkeiten zur Behandlung überempfindlicher Zähne, ist sehr groß. Die Erfolgsaussichten im Umgang mit diesen verschiedenen Therapien zeigen ein ebenso breites Spektrum. Konfrontiert mit den bereits erfolgreichen Ansätzen des Nd:YAG-Lasereinsatzes bei der Behandlung der exponierten Zahnhälse, wurde in dieser klinischen Studie die Wirksamkeit des Einsatzes von verschiedenen Leistungseinstellungen des Nd:YAG-Lasers an exponiertem Dentin untersucht. Der Vergleich der Therapieerfolge der unterschiedlichen Lasereinstellungen untereinander zeigte keinen signifikanten Unterschied. Dies führt zu der Schlussfolgerung, dass die Nd:YAG-Laserbestrahlung sogar bei niedrigen Durchschnittsleistungen von nur 0,3 W bereits therapeutisch wirksam ist.
Schlagwörter: Nd:YAG-Laser, Laser, Hypersensibilität, überempfindliche Zahnhälse
Den Patienten wird mit der Nd:YAG-Laser gestützten Sterilisation von Wurzelkanälen die Möglichkeit eröffnet, in einer Vielzahl von komplizierten periapikalen endodontischen Situationen eine chirurgische Intervention zu vermeiden. Eine WSR erzielt nur primär sehr gute Ergebnisse, ist in ihren Langzeiterfolgen aber deutlich limitiert. Eine einmal erfolgte Ausheilung der Läsion im Sinne dieser Studie, also unter Regeneration der Anatomie des Periapex, hat langfristig eine überaus gute Prognose. Mit der Lasertechnologie steht ein Instrument zur Verfügung, dass in der Gesamtheit seiner Auswirkungen die Effektivität einer konservativen endodontischen Behandlung in Bereichen entsprechend verbessert, die sich bisher unserer Einflussnahme entzogen.
Schlagwörter: Endodontie, Nd:YAG-Laser, Langzeitstudie
Seit nunmehr fast 20 Jahren werden Neodymium-Laser sowohl in der dentalen Praxis als auch in der Zahntechnik eingesetzt. In diesem Artikel werden die technisch-physikalischen Aspekte dieser Geräteklasse vorgestellt. Unter anderem werden die chemischen Eigenschaften des Laserkristalles und das allgemeine Funktionsprinzip beschrieben. Des Weiteren werden Lichtübertragungssysteme wie z. B. Fasern oder Spiegelgelenkarme sowie die zugehörigen Handstückausführungen erörtert.
Schlagwörter: Festkörper-Laser, Neodymium, Nd:YAG-Laser, Nomenklatur
In einer in vitro Untersuchung an 25 tief kariös zerstörten extrahierten Zähnen konnte nachgewiesen werden, dass nach einer vorher mechanischen Exkavation das verbleibende kariöse Dentin, mit Hilfe eines gepulsten Nd:YAG-Lasers bei einer Einstellung von 15 pps und 1,25 W, verdampft werden kann. Des weiteren kann bei einem noch hohen mineralischen Restanteil des infizierten Dentins dieser Rest mit dem darunterliegenden, nicht infizierten Dentin verschmolzen werden. Somit werden beide Hauptforderungen an eine CP-Behandlung, nämlich Keimreduktion und Strukturumwandlung kariösen Dentins mit Hilfe des hier angewandten Lasers, erfüllt.
Schlagwörter: Karies, Nd:YAG-Laser, Bakterienreduktion, Strukturumwandlung
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Mitteilungen der DGL