Ausgabe 5/2011, Jahrgang 31 (21.11.2011)
Seite 451
Editorial: Eine grünere Zunkunft für die Zahnheilkunde
Daniels, Anita
Ziel dieses Artikels war eine ausführliche Untersuchung der Heilung von Extraktionsalveolen 12 Wochen nach der Zahnextraktion. Die Alveolen waren mit einer resorbierbaren Kollagenmembran abgedeckt worden, um zu ermitteln, ob diese Membran einen Einfluss auf die Ossifikation hat. Die Studie wurde an 10 konsekutiven Patienten durchgeführt, die eine Extraktion der oberen Prämolaren brauchten. Die Extraktion erfolgte jeweils mit minimalem Trauma. Anschließend wurden die Alveolen nur mit einer Kollagen-Barrieremembran bedeckt. Nach 12 Wochen erfolgte ein zweiter Eingriff, bei dem erneut die klinischen Messwerte erhoben und vor der Implantation Knochenzylinder entnommen wurden, die histologisch und mittels Mikro-Computertomografie (Mikro-CT) untersucht wurden. Dabei zeigte sich eine mittlere horizontale Knochenregeneration von 7,7 mm (bukkopalatinal) und 4,6 mm (mesiodistal). Die durchschnittliche vertikale Knochengewinn betrug 10,9 mm. In der Subtraktionsaufnahme war der Knochen im Zentrum der Alveole im Durchschnitt um 2,1 mm nach apikal verlagert (Bereich 0,7 bis 4,3 mm). Mit dem Mikro-CT und histologisch wurde nach 12 Wochen die Bildung von gut mineralisiertem Gewebe belegt, mit durchschnittlich 45,87 % ± 12,35 % vitalem Knochen. Die ausführliche Auswertung der Knochenneubildung in Extraktionsalveolen, die durch diese Barrieremembran geschützt sind, ergab bereits 12 Wochen nach der Zahnextraktion eine ausreichende Knochenbildung für die Implantatinsertion mit minimalen Veränderungen des alveolären Knochenvolumens. Hinweise auf eine Ossifikation der Membran fanden sich nicht.
Die weit gefassten und unterschiedlichen Definitionen für die Klassifikation einer Parodontitis erschweren den Vergleich von Zahnverlusten bei Patienten mit einer Parodontalerkrankung. Mithilfe eines numerischen Schweregrad- und Risikoscores der Parodontitis wurde versucht, die Genauigkeit des Vergleichs von Zahnverlusten in zwei Studiengruppen zu verbessern. Beide Gruppen erhielten die zahnmedizinische Standardbehandlung, aber nur eine zusätzlich eine umfassende Parodontalbehandlung. Die Auswertung zeigt, dass eine zusätzliche Parodontalbehandlung zu geringeren Zahnverlusten führt und dass mehr Patienten gar keinen Zahnverlust erleiden. Vermutlich lässt sich der Zahnverlust aufgrund einer Parodontitis mit dieser Behandlung vollständig verhindern.
Ziel dieser Studie war die Untersuchung der knöchernen Heilung von Defekten in der bukkalen Wand von Extraktionsalveolen. Die Patienten wurden in vier Gruppen eingeteilt: Gruppe A (nur das Gerüst aus mineralisiertem Kollagen- Knochenersatz [MCBS]), Gruppe B (MCBS mit rekombinantem humanem Blutplättchen-Wachstumsfaktor-BB [rhPDGF-BB: 0,3 mg/ml]), Gruppe C (MCBS mit Schmelzmatrix-Derivat [EMD]) und Gruppe D (Kombination von EMD mit Knochenkeramik). Die Knochenqualität wurde mittels Lichtmikroskop, Rasterelektronenmikroskop mit Rückstreuelektronenkontrast und Histomorphometrie ermittelt. Bei der Wiedereröffnung wurde klinisch die Morphologie des geheilten Alveolarkamms beurteilt. Insgesamt wurden 16 Patienten mit bukkalen Wanddefekten der Extraktionsalveole randomisiert in vier gleich große Behandlungsgruppen eingeteilt. Die Transplantation erfolgte zum Zeitpunkt der Zahnextraktion mit primärem Wundverschluss durch die Mobilisierung des Bukkallappens. Nach fünf Monaten wurde mit einem Trepanbohrer ein Knochenzylinder aus dem Implantatbett entnommen. Die histologische Untersuchung bestätigte die Bildung von neuem Knochen im Bereich um das Gerüst aus Biomaterial. Zwischen den Behandlungsgruppen fanden sich keine statistisch signifikanten Unterschiede bezüglich der Knochenneubildung. Histomorphometrisch bestand ein Trend zur Bildung von mehr neuem Knochen bei der Gruppe B (Behandlung mit rhPDGF-BB). Gruppe B wies die günstigste Alveolarkammmorphologie für eine optimale Implantatposition auf.
Das Breiten-Längen-Verhältnis der Zahnkrone ist ein wichtiger Aspekt in der ästhetischen Zone. Da sich die bisherigen Untersuchungen dazu auf weiße Ethnien konzentriert haben, gibt es nur begrenzte Informationen über die geeignete Versorgung des oberen Frontzahnbereichs bei anderen ethnischen Gruppen. In der vorliegenden Studie wurde das Breiten-Längen- Verhältnis der anatomischen Kronen der oberen Frontzähne in einer asiatischen Bevölkerung ermittelt. Die hier ermittelten Längen- und Breitenwerte können als Richtwert für die Behandlungsplanung in der restaurativen Zahnheilkunde sowie für Parodontolaleingriffe bei dieser ethnischen Patientengruppe herangezogen werden.
Einer der wichtigsten Faktoren für den Erfolg der gesteuerten Knochenregeneration ist das korrekte Weichgewebemanagement. Es ermöglicht einen primären, spannungsfreien Wundverschluss. Anderenfalls kann es zur vorzeitigen Exposition des augmentierten Bereichs kommen und das Endergebnis ist beeinträchtigt. Die Möglichkeit zur vertikalen und periostalen Inzision zur Schonung der Bukkal- und Linguallappen ist im unteren Seitenzahnbereich oft durch anatomische Faktoren begrenzt. In diesem Artikel wird über eine Serie von 69 aufeinanderfolgenden Fällen berichtet, bei denen eine neuartige Operationstechnik zur sicheren und zuverlässigen Ablösung und koronalen Mobilisierung des Linguallappens angewandt wurde.
In dieser Studie verblieb nach einer Sofortimplantation horizontal und vertikal ein extrem großer Spalt im Implantationsbereich. Der Bereich wurde weder primär verschlossen noch wurden ein Knochentransplantat oder eine Barrieremembran verwendet. Es wurde klinisch und histologisch ermittelt, ob dieses Sofortimplantat koronal am Übergang zur Alveole osseointegrierte. Als Ersatz des nicht erhaltungswürdigen oberen linken Eckzahns wurde in den palatinale Bereich der Extraktionsalveole ein Sofortimplantat mit geradem Heilungsabutment gesetzt. Horizontal verblieb ein Defekt von bukkolingual 4,2 mm, der sekundär heilte. Das Implantat wurde nach fünf Monaten belastet. Nach 10 Monaten wurde aus dem koronalen Anteil des bukkalen Knochens ein Biopsat entnommen. Histologisch ergab sich am koronalen Anteil des Implantat-Knochen-Interfaces ein enger Knochenkontakt bis zum ersten Gewindegang. Die biologische Breite des Implantats war koronal des Knochenkontakts durch Bindegewebe und Saumepithel wiederhergestellt. Dieser Fallbericht beweist klinisch und histologisch, dass Implantate bei einer Sofortinsertion in Extraktionsalveolen mit intakter bukkaler Wand auch bei einem großen Spalt ohne einen primären Lappenschluss, Knochentransplantat oder Barrieremembran einheilen und osseointegrieren.
Untersuchungen haben gezeigt, dass Ärzte bei einer Kronenverlängerung meistens einen zu geringen Anteil der Zahnsubstanz freilegen. Im Frontzahnbereich kann dadurch die biologische Breite beeinträchtigt sein, was zu ästhetischen Problemen führt. Der vorliegende Artikel stellt ein biologisch basiertes mehrstufiges Vorgehen zur parodontalen ästhetischen Kronenverlängerung vor. Mithilfe mehrerer neuentwickelter Messsonden werden die optimale klinische Kronenlänge des Zahns sowie die angemessene okklusogingivale Lage der Interdentalpapille ermittelt. Dabei werden etablierte, dokumentierte Beziehungen der Zahnproportionen zugrunde gelegt. Anschließend wird die biologische Kronenlänge des Zahns, definiert als der Abstand zwischen Inzisalkante und Rand des Alveolarknochens im Verhältnis zur klinischen Kronenlänge bestimmt. Ziel ist eine ausreichende Zahnsubstanz für die Präparation des Restaurationsrands, die Wiederherstellung eines gesunden dentogingivalen Komplexes und die Platzierung einer ästhetisch ansprechenden definitiven Restauration.
Ziel dieser Studie war die klinische und histologische Untersuchung von humanem "Fresh Frozen" Knochen (FFB) zur Behandlung schwerer horizontaler Defekte im Oberkiefer vor einer Implantatinsertion. Bei 10 Patienten erfolgte eine FFB-Onlay-Plastik. Präoperativ und fünf Monate postoperativ wurde der Defekt mittels Computertomografie vermessen. Es wurden sechs Stanzbiopsate entnommen und lichtmikroskopisch untersucht. Zu Beginn war der Alveolarkamm im Oberkiefer 2,3 ± 0,4 mm dick und nach der Rekonstruktion 6,8 ± 0,5 mm. Alle Implantate waren nach 24 Monaten erfolgreich in Funktion. Die histologischen Ergebnisse zeigten, dass die FFB-Blöcke und der neue Knochen perfekt integriert waren. Die Histomorphometrie ergab einen durchschnittlichen Knochenanteil von 57,5 ± 24,7 %.
In dieser prospektiven, randomisierten, kontrollierten klinischen Studie wurden die Ergebnisse der maschinellen Kammspreizung mit Crest-Expansoren mit denen der lateralen Alveolarkammaugmentation verglichen. Die Studie erfolgte an acht Patienten mit bilateralen Alveolarkammdefekten im Split-Mouth-Verfahren. Sechs Monate nach der Knochenaugmentation wurden Implantate gesetzt. Alle Messungen erfolgten 2 und 5 mm vom koronalsten Punkt des Alveolarkamms entfernt. Mit beiden Verfahren wurde ein statistisch signifikanter Knochengewinn erreicht: 2 mm vom Alveolarkamm entfernt mit der lateralen Kammaugmentation 1,2 mm und mit der maschinellen Kammspreizung 1,5 mm; 5 mm vom Alevolarkamm mit der lateralen Kammaugmentation 1,5 mm und mit der maschinellen Kammspreizung 1,6 mm. Der Unterschied zwischen den beiden Verfahren war statistisch nicht signifikant. Die mit der maschinellen Kammspreizung erreichte Expansion korrelierte negativ mit der Spongiosadicke (P < 0,05) und war unabhängig von der Kortikalisdicke. Die Kammspreizung scheint bezüglich der horizontalen Augmentation in einem atrophierten Alveolarkamm genauso effektiv zu sein wie die laterale Kammaugmentation. Defekte, die mit der maschinellen Kammspreizung behandelt wurden, wiesen in den ersten sechs Heilungsmonaten eine geringere Kontraktion der Knochenbreite auf.
In diesem Artikel wird ein neues klinisches Protokoll vorgestellt, das die Diagnostik, Operation und Restauration von sofort belasteten Implantaten erleichtert. Ziel ist die einfachere Registrierung der zentrischen Relation, die für gewöhnlich unmittelbar nach der Implantation bei der chirurgischen Abformung vorgenommen wird. Durch dieses einfache und kosteneffektive Verfahren wird die Operationsdauer verkürzt und es werden alle Voraussetzungen für eine präzise Abformung erfüllt. Anhand des Fallberichts über eine sofort belastete implantatgestützte Vollrestauration im Oberkiefer einer 45-jährigen Patientin werden die klinischen Schritte des vorgeschlagenen Verfahrens dargestellt und seine Reproduzierbarkeit belegt.
Ziel dieser Studie war die histologische Untersuchung der Überlebensfähigkeit eines mechanisch expandierten subepithelialen Bindegewebstransplantats. Dazu wurden bei acht Beagles 16 Proben von palatinalem Bindegewebe entnommen. Die Hälfte der Proben wurde expandiert und als subepitheliales Transplantat im Eckzahnbereich eingesetzt, die anderen Proben wurden unverändert auf der kontralateralen Seite transplantiert. Nach 60 Tagen wurden aus den Augmentationsbereichen Gewebeproben entnommen und histologisch unter dem Lichtmikroskop und dem konfokalen Lasermikroskop sowie immunhistochemisch mit einem Anti-CD31-Antikörper gegen Endothelzellen untersucht. Es gab keine signifikanten Unterschiede zwischen der Kontroll- und der Testgruppe. Somit führte dieses neue Verfahren zur Expansion von Bindegewebstransplantaten nicht nur zu biologisch überlebensfähigen Transplantaten, sondern auch ohne Verlängerung der Verarbeitungszeit zur Reduktion des Operationsrisikos.
In diesem Artikel wird ein Operationsverfahren vorgestellt, das für die interproximale Weichgewebeaugmentation entwickelt wurde. Ziel war ein möglichst geringes Operationstrauma mit Erhalt der Blutversorgung der vorhandenen Papille durch einen Zugang zur Papille über vertikale Inzisionen mit Abhebung eines einzigen Vollschichtlappens ohne Zerstörung der Papillarbrücke. Unter die unterminierte Papille wurde ein freies Bindegewebstransplantat eingesetzt und mit einer Naht fixiert. Die Vorteile und Variationen dieses Verfahrens werden im vorliegenden Artikel beschrieben.
Die Pulverstrahlreinigung vergrößert die Oberflächenrauigkeit von Zahnrestaurationen und fördert so die Adhäsion von Bakterien. In dieser In-vitro- Studie wurde nach dem Wissen der Autoren erstmals der Effekt einer Pulverstrahlreinigung von Natriumbikarbonat- und Glycinpulver aus unterschiedlicher Entfernung (2 und 7 mm) und mit unterschiedlicher Dauer (5, 10 und 30 s) auf die Oberflächenrauigkeit eines Nanokompositmaterials untersucht, das bei Restaurationen verwendet wird. Als Kontrolle dienten unbehandelte Scheiben. Die Rauigkeit der Oberfläche wurde mittels Rasterkraftmikroskopie untersucht. Die Pulverstrahlreinigung mit Glycin für 5 s führte bei beiden Entfernungen zum geringsten Oberflächenschaden. Trotz der Einschränkungen von In-vitro-Untersuchungen bestätigt auch diese Studie die Sicherheit dieses Verfahrens der Pulverstrahlreinigung.
Dieser Artikel beschreibt die Behandlung einer Gingivarezession mit nicht kariösen Zahnhalsläsionen mit einem Bindegewebstransplantat in Kombination mit einer Füllung aus kunststoffmodifiziertem Glasionomer (CTG + R). Insgesamt wurden 11 Patienten mit einer derartigen Rezession und entsprechenden Läsionen ausgewählt und mit CTG + R behandelt. Ermittelt wurden die Blutung auf Sondierung, die relative Taschentiefe, das klinische Attachmentniveau, die Höhe der nicht kariösen Zahnhalsläsion sowie die Empfindlichkeit des Dentins. Die Behandlung führte zu einer statistisch signifikanten Erhöhung des Attachmentniveaus und zu einer geringeren Taschentiefe. Der Anteil der bedeckten Zahnhalsläsion betrug 74,0 ± 22,90 %. Das Vorliegen einer kunststoffmodifizierten Glasionomerfüllung hatte somit keinen Einfluss auf die Abdeckung, die durch das Bindegewebstransplantat erreicht wurde.
In dieser Studie wurden die Auswirkungen der Oberflächenbehandlung auf die Zugfestigkeit von Zirkonstiften und -aufbauten in Wurzelkanälen untersucht. Die zentralen oberen Schneidezähne (n = 40) wurden endodontisch behandelt, gefüllt und für das Einbringen der Stifte präpariert. Die Zirkonstifte und -aufbauten (n = 40) wurden randomisiert auf vier Gruppen verteilt (n = 10 je Gruppe: Kontrolle, Sandstrahlung, tribochemische Beschichtung mit Siliziumdioxid und tribochemische Beschichtung mit Siliziumdioxid und Silanisierung). Die Stifte wurden adhäsiv befestigt und Zugkräften ausgesetzt. Alle Oberflächenbehandlungen erhöhten den Zugwiderstand der Zirkonstifte und -aufbauten gegenüber der Kontrollgruppe (P = 0,034). Zwischen den verschiedenen Oberflächenbehandlungen ergaben sich keine signifikanten Unterschiede. Die Art des Misserfolgs war abhängig von der Oberflächenbehandlung.
Die Behandlungsplanung im ästhetischen Bereich ist seit Langem eine der schwierigsten Aufgaben für den Zahnarzt. Dieser Artikel beschreibt ein mehrstufiges, multidisziplinäres Vorgehen und die Nachbeobachtung bei einem Patienten mit aggressiver Parodontitis. Vor und nach der Behandlung wurden mikrobiologische Proben entnommen und auf Parodontopathogene untersucht. Sechs Jahre nach der Parodontalbehandlung erfolgte eine qualitative Polymerase-Kettenreaktion auf das Zytomegalievirus und das Epstein-Barr-Virus Typ 1. Ein Computertomogramm zeigte 5,5 Jahre nach der Augmentation ein stabiles Knochenniveau und einen ausgezeichneten Erhalt des Volumens, das durch das Knochenblocktransplantat geschaffen worden war.